Erhebung der Kirche Inzell zur Pfarrkirche (1191)
description Description
Die Entstehung der Pfarrei Inzell
Im Jahr 1191 bestätigte Erzbischof Adalbert III. von Salzburg dem Stift St. Zeno in Reichenhall seinen gesamten Besitz. Besonders hervorgehoben werden dabei das Gut Inzell sowie die dort vom Stift errichtete Kirche.
Erhebung zur Pfarrkirche
Mit dieser Urkunde wurde die Kirche in Inzell zur Pfarrkirche erhoben. Der Ort erhielt damit eine eigenständige kirchliche Organisation und löste sich von der bisherigen Mutterpfarrei Vachendorf. Die Quelle belegt zugleich, dass Inzell zuvor zum Vachendorfer Pfarrsprengel gehörte.
Entschädigung für Vachendorf
Als Ausgleich für den Verlust von Pfarrrechten erhielt die Mutterkirche in Vachendorf eine halbe Hufe in Miesenbach am Girisbühel. Die Urkunde dokumentiert damit die Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse im Inzeller Raum.
Bedeutung für die Ortsgeschichte
Für die Geschichte Vachendorfs ist das Ereignis von besonderer Bedeutung. Es markiert die Abtrennung eines wichtigen Teils des ursprünglichen Pfarrgebiets und gehört zu den frühesten schriftlichen Nachweisen über die Ausdehnung und Organisation der Pfarrei Vachendorf im Hochmittelalter.
Folgerungen
Die Erhebung Inzells zur Pfarrkirche markiert den Abschluss einer länger andauernden Erschließungs- und Siedlungsphase im Inzeller Tal. Während die Urkunde von 1188 noch die wirtschaftliche Nutzung neuer Flächen bezeugt, dokumentiert die Urkunde von 1191 bereits die Ausbildung eigenständiger kirchlicher Strukturen. Die Einrichtung einer eigenen Pfarrei setzt zudem eine gewisse Bevölkerungszahl sowie dauerhaft gefestigte Siedlungsverhältnisse voraus. Die Quelle lässt daher erkennen, dass sich das Inzeller Tal im Laufe des 12. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Lebens- und Wirtschaftsraum entwickelt hatte. Die Errichtung einer Kirche und ihre Erhebung zur Pfarrkirche spiegeln diese Entwicklung wider.