Übertragung des Neubruchzehnten von Inzell an das Stift St. Zeno (1188)
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event 1188 n. Chr.

Übertragung des Neubruchzehnten von Inzell an das Stift St. Zeno (1188)

Erzbischof Adalbert III. von Salzburg überträgt 1188 dem Stift St. Zeno zwei Teile des Neubruchzehnten von Inzell in der Pfarrei Vachendorf.

description Beschreibung

Die Urkunde von 1188

Im Jahr 1188 übertrug Erzbischof Adalbert III. von Salzburg auf Bitten des Propstes Wicmann von St. Zeno zwei Teile des sogenannten Neubruchzehnten vom Gut Inzell an das Stift St. Zeno in Reichenhall. Die Übertragung wurde in Reichenhall beurkundet und zählt zu den frühen schriftlichen Zeugnissen für die Geschichte des südlichen Chiemgaus.

Neubruchzehnt und Landesausbau

Der Neubruchzehnt war eine Abgabe aus neu urbar gemachten Flächen. Solche Zehnten entstanden, wenn Wälder gerodet oder bislang ungenutzte Gebiete landwirtschaftlich erschlossen wurden. Die Urkunde belegt damit, dass im Raum Inzell während des Hochmittelalters neue Nutzflächen entstanden und bewirtschaftet wurden. Da Zehnte erst nach erfolgreicher Bewirtschaftung erhoben werden konnten, deutet die Quelle darauf hin, dass die eigentlichen Rodungen bereits einige Zeit zuvor begonnen haben dürften.

Inzell als Teil der Pfarrei Vachendorf

Für die Geschichte Vachendorfs besitzt die Urkunde besondere Bedeutung. Inzell wird ausdrücklich als Gut innerhalb der Pfarrei Vachendorf genannt. Damit gehört die Quelle zu den frühen Nachweisen für die historische Ausdehnung des Vachendorfer Pfarrsprengels. Sie zeigt, dass die kirchliche Betreuung des Inzeller Raumes im 12. Jahrhundert von Vachendorf aus erfolgte und dokumentiert zugleich die enge Verbindung zwischen beiden Orten.

Das Stift St. Zeno und seine Einkünfte

Mit der Übertragung erhielt das Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno zusätzliche Einkünfte aus dem Inzeller Raum. Die Urkunde verdeutlicht damit die wirtschaftliche Bedeutung der neu erschlossenen Flächen sowie die engen Beziehungen zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Reichenhaller Chorherrenstift.

Heimatkundliche Einordnung

Die Urkunde enthält keine Angaben zu den Verkehrswegen zwischen Reichenhall und Inzell. Dennoch erscheint es naheliegend, dass die wirtschaftlichen Verbindungen durch die alten Wege über Weißbach begünstigt wurden, die seit Jahrhunderten das Reichenhaller Becken mit dem südlichen Chiemgau verbanden. Ebenso lässt die Quelle vermuten, dass die Erschließung des Inzeller Raumes Teil einer größeren hochmittelalterlichen Ausbauphase war. Diese Überlegungen ergeben sich aus dem historischen Zusammenhang, werden jedoch in der Urkunde selbst nicht ausdrücklich genannt.


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