Gasthaus Zischek
description Beschreibung
Ein Haus mitten im Dorfleben
Mitten in Vachendorf, an der heutigen Hauptstraße 14, steht ein Haus, das über viele Jahrzehnte mehr war als nur ein Wohngebäude. Der „Fragnerwirt“, später "Gasthaus Zischek" gehörte zu jenen Anwesen, in denen gearbeitet, gefeiert, gehandelt und gelebt wurde. Es war ein Haus, in dem das Dorf täglich ein und aus ging, ganz besonders die Fußballer des SCV. Der heutige Bau entstand im Jahr 1861 als Neubau. Damals begann für das Anwesen eine Zeit, in der sich seine Geschichte eng mit dem Leben im Ort verband.
Wirtshaus und Werkstatt
Schon ab 1872 wurde im Haus eine Gastwirtschaft betrieben. Zwei Jahre später kam eine Schreinerei hinzu. Man kann sich vorstellen, wie tagsüber aus der Werkstatt das Klopfen und Hobeln der Tischler zu hören war, während nebenan im Wirtshaus die Leute zusammensaßen. Solche Häuser waren früher kleine Mittelpunkte des Dorfes. Handwerker, Bauern und Nachbarn trafen sich hier, tauschten Neuigkeiten aus oder besprachen Geschäfte. Oft lagen Arbeit und Alltag nur wenige Schritte voneinander entfernt. 1882 wurde die Wirtschaft schließlich zu einem Wohnhaus umgebaut. Doch der alte Hausname blieb bis heute erhalten.
Woher der Name kommt
Der Name „Fragnerwirt“ hat seinen Ursprung im benachbarten Anwesen Hausnummer 2. Dort befand sich früher eine sogenannte „Fragnerei“ — ein kleiner Krämer- oder Gemischtwarenladen. Seit 1892 wurde dort ein Lebensmittelhandel betrieben. Der Wirt neben dem „Fragner“ wurde im Dorf einfach zum „Fragnerwirt“. Solche Hausnamen waren auf dem Land oft wichtiger als Straßennamen. Viele Menschen wurden eher nach ihrem Hausnamen als nach dem Familiennamen gekannt.
Viele Besitzer, eine lange Geschichte
Im Laufe der Jahrzehnte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer. Namen wie Schmid, Nagl, Auracher, Voit, Berr, Kaiser und später Zischek sind mit dem Haus verbunden. Besonders die Familie Auracher prägte die frühe Zeit des Hauses. Mit dem Ausbau der Tischlerwerkstatt entstand hier ein Ort des Handwerks. Später übernahm die Familie Zischek das Anwesen und blieb über Generationen mit dem Haus verbunden. Auch schwierigere Zeiten spiegeln sich in der Geschichte wider: 1897 kam das Anwesen durch einen sogenannten Gantkauf, also eine Versteigerung, in neue Hände. Solche Einträge erzählen still von wirtschaftlichen Sorgen und Veränderungen, wie sie viele Dorfhäuser erlebt haben.
Ein Stück altes Vachendorf in neuem Gewand
Aus dem ehemaligen Gasthaus Zischek entwickelte sich später das heutige Haus der Dorfgemeinschaft, das die Geschichte des Ortes auf neue Weise weiterführt.