Mein Leben, Traudl Liebl
description Beschreibung
Zwei digitalisierte Audiokassetten mit Lebenserinnerungen von Traudl Liebl, aufgezeichnet am 27. Februar 2007 von Sepp Fischer. Die Aufnahmen dokumentieren in ausführlicher Form die Erinnerungen Traudl Liebls an ihre Kindheit und Jugend im Sudetenland, insbesondere in Karlsbad, an das Kriegsende, die russische Besatzung, die Vertreibung der deutschen Bevölkerung sowie die Flucht- und Nachkriegserfahrungen ihrer Familie.
Ein zentraler Teil der Erzählung betrifft ihren späteren Ehemann Franz Liebl. Geschildert werden dessen Heimkehr aus dem Krieg, die Trennung und spätere Wiederbegegnung des Paares, die ersten Jahre als Heimatvertriebene in Lambach und Seebruck sowie der Neubeginn in Vachendorf. Traudl Liebl berichtet außerdem über Hungerjahre, Wohnsituationen, Integration in die Dorfgemeinschaft, erste Tätigkeiten Franz Liebls als Lehrer sowie über die spätere Verwurzelung der Familie im Chiemgau.
Die Aufnahmen enthalten zahlreiche alltagsgeschichtliche Details zur unmittelbaren Nachkriegszeit, darunter Berichte über Flucht, Lebensmittelknappheit, Transporte, Grenzübertritte, das Leben in Flüchtlingsunterkünften sowie über Begegnungen mit russischen Soldaten, tschechischen Behörden und anderen Heimatvertriebenen. Besonders bemerkenswert ist die differenzierte und persönliche Erinnerungsweise der Erzählerin.
Das Tondokument besitzt hohen regional- und zeitgeschichtlichen Wert, insbesondere im Zusammenhang mit der Geschichte der Heimatvertriebenen im Chiemgau sowie zur Person Franz Liebls und dessen späterer Tätigkeit als Heimatforscher und Ortsheimatpfleger in Vachendorf.