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Baader Rasso, Vachendorf, Bezirksschulrat und Lehrer

Erster Bezirksschulrat des Landkreises Traunstein und langjähriger Lehrer in Vachendorf.

description Biography

Biografische Beschreibung

Herkunft und Ausbildung

Rasso Baader wurde am 7. März 1863 in Geltendorf als Sohn des Maurermeisters und Bildhauers Narziß Baader geboren. Er entstammte einer kinderreichen Familie, aus der mehrere Lehrer, Geistliche und Architekten hervorgingen. Bereits mit fünfzehn Jahren trat er in das Schullehrerseminar in Freising ein. Nach Abschluss seiner Ausbildung wirkte er als Hilfslehrer und Schulverweser an verschiedenen Orten Oberbayerns. 1884 legte er das Staatsexamen für den Schuldienst ab.

Lehrer und Familienvater

1886 heiratete er Walburga Schell, die Tochter des Forstverwalters Otto Schell. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor. Nach Stationen in Geisenfeld, Niederroth und Saaldorf entwickelte sich Baader zu einer anerkannten Persönlichkeit des bayerischen Volksschulwesens. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer versah er vielfach auch die Aufgaben des Mesners, Kantors, Organisten und Gemeindeschreibers. 1911 erhielt er die Lehrerstelle in Vachendorf. Dort wirkte er über viele Jahre als Lehrer und prägte das schulische und gesellschaftliche Leben der Gemeinde.

Wegbereiter des neuen Schulwesens

Nach der Einführung der staatlichen Schulaufsicht im Jahr 1919 wurde Baader zum kommissarischen Bezirksschulrat für den südlichen Landkreis Traunstein berufen. In einer Zeit großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen setzte er die neue Schulordnung mit großem persönlichem Einsatz um.Seine Erfahrungen als Lehrer, seine Kenntnis der ländlichen Verhältnisse und sein hohes Ansehen bei Kollegen und Behörden machten ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit der Schulreform im Landkreis Traunstein.1920 verlieh ihm die Gemeinde Vachendorf die Ehrenbürgerwürde.

Persönlichkeit

Zeitgenossen beschrieben Rasso Baader als eindrucksvolle Erscheinung. Sein kräftiger Wuchs, der graue Vollbart und sein selbstbewusstes Auftreten verliehen ihm natürliche Autorität. Im Unterricht führte er auch große Klassen mit hoher Disziplin. Neben seiner pädagogischen Arbeit eignete er sich als Autodidakt umfassende Kenntnisse in Naturkunde, Geologie, Pflanzenkunde und Astronomie an. Als ausgezeichneter Organist und Musiker prägte er das kirchliche Leben seiner Wirkungsorte.Baader galt zugleich als geselliger Mensch, der den Austausch mit Kollegen pflegte und am öffentlichen Leben regen Anteil nahm.

Naturfreund und Heimatkenner

Eine besondere Leidenschaft galt seinem Garten. Dort kultivierte er Obstbäume, Rosen und Beerensträucher. Ebenso liebte er die Bergwelt des Chiemgaus. Noch in hohem Alter unternahm er zahlreiche Bergtouren und bestieg wenige Monate vor seinem Tod den Watzmann.Seine Verbundenheit mit der Natur spiegelte sich in seinem umfangreichen Wissen über Pflanzen, Gesteine, Pilze und Landschaften wider.

Letzte Jahre

1927 trat Rasso Baader nach jahrzehntelangem Schuldienst in den Ruhestand. In Vachendorf blieb er eine geachtete Persönlichkeit. Sein soziales Engagement zeigte sich unter anderem darin, dass er regelmäßig einem kriegsversehrten Mitbürger aus Werken der klassischen Literatur vorlas.Am 18. Dezember 1931 starb Rasso Baader im Alter von 68 Jahren in einer Münchner Klinik.

Bedeutung

Rasso Baader zählt zu den prägenden Lehrerpersönlichkeiten der Vachendorfer Geschichte. Als Lehrer, Schulrat, Musiker, Naturfreund und Ehrenbürger wirkte er weit über die Schule hinaus. Sein Name bleibt eng mit der Entwicklung des Volksschulwesens im Landkreis Traunstein und mit der Geschichte Vachendorfs verbunden.


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