Fund des bronzezeitlichen Randleistenbeils von Gutharting
description Beschreibung
Hintergrund
In den Jahren nach seinem Amtsantritt als Pfarrer von Vachendorf sammelte Markus Gierlinger systematisch Nachrichten über Bodenfunde aus dem Gemeindegebiet. Viele dieser Hinweise erhielt er bei Gesprächen mit Bauern und Dorfbewohnern.
Das Ereignis
Während der Vockinger Hochzeit im Jahr 1880 berichtete der Mostl Michl von Höring Pfarrer Markus Gierlinger, sein Nachbar, der Guthartinger, habe beim Graben einer Brunnenleitung ein sonderbar geformtes Stück Erz gefunden. Die Nachricht weckte sofort Gierlingers Interesse. Bereits am folgenden Tag suchte er den Finder auf. Dieser zeigte ihm das Fundstück, das Gierlinger nach eigener Aussage zu seiner „freudigen Überraschung“ sofort als vorgeschichtlichen Fund erkannte. Der Guthartinger übergab das Objekt dem Pfarrer, der es zur weiteren Untersuchung nach München weiterleitete. Durch die Sicherung und wissenschaftliche Begutachtung blieb das Fundstück erhalten und konnte später archäologisch eingeordnet werden.
Bedeutung und Folgen
Der Fund erwies sich als Randleistenbeil aus der frühen bis mittleren Bronzezeit. Solche Beile gehören zu den charakteristischen Metallgeräten dieser Epoche und zählen zu den wichtigen Zeugnissen vorgeschichtlicher Besiedlung im Chiemgau. Das Ereignis zeigt zugleich die wichtige Rolle von Markus Gierlinger bei der Dokumentation und Sicherung archäologischer Funde im Gemeindegebiet. Ohne sein Engagement wäre das Beil möglicherweise verloren gegangen oder nie wissenschaftlich erfasst worden. Der Fund gehört zu den bedeutenden vorgeschichtlichen Einzelfunden aus dem Raum Vachendorf.
Quellenlage
Der Fund ist durch die Aufzeichnungen von Pfarrer Markus Gierlinger überliefert. Eine spätere Zusammenfassung veröffentlichte Franz Liebl in seinem Beitrag über die Bodenfunde der Gemeinde Vachendorf. Das Fundstück wurde nach München übergeben und befindet sich laut Überlieferung in der Prähistorischen Staatssammlung München.