Übertragung der Pfarrkirche Vachendorf an das Salzburger Domkapitel
event Ereignisse
event 1198 n. Chr.

Übertragung der Pfarrkirche Vachendorf an das Salzburger Domkapitel

Erzbischof Adalbert III. überträgt die Pfarrkirche Vachendorf zusammen mit weiteren Pfarrkirchen an das Salzburger Domkapitel.

description Beschreibung

Stiftung an das Domkapitel

Im Jahr 1198 übergab Erzbischof Adalbert III. von Salzburg mehrere Pfarrkirchen und Kapellen an das Salzburger Domkapitel. Unter den ausdrücklich genannten Kirchen befindet sich auch die Pfarrkirche Vachendorf, die in der Urkunde als „Uohendorf“ bezeichnet wird.

Die Pfarrkirche Vachendorf

Die Urkunde belegt, dass Vachendorf am Ende des 12. Jahrhunderts als eigenständige Pfarrkirche innerhalb der Salzburger Kirchenorganisation bestand. Die Kirche gehörte zu jenen Pfarreien, deren Einkünfte dem Domkapitel zur Finanzierung liturgischer Aufgaben übertragen wurden.

Bedeutung für die Ortsgeschichte

Für die Geschichte Vachendorfs zählt die Urkunde zu den frühen schriftlichen Nachweisen der Pfarrei. Sie zeigt zugleich die enge Verbindung des Ortes zum Erzbistum Salzburg und bestätigt die Stellung Vachendorfs als bedeutende Pfarrkirche im Chiemgau.

Übersetzung des Originaltextes

Hier eine gut lesbare deutsche Übersetzung des eigentlichen Inhalts, ohne die formelhaften Einleitungs- und Schlusswendungen zu sehr auszubreiten:

Urkunde des Erzbischofs Adalbert III. von Salzburg (1198)

Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Wir, Adalbert, von Gottes Gnaden Erzbischof von Salzburg und Legat des Apostolischen Stuhls, entbieten allen Gläubigen Christi ewigen Gruß. Aufgrund des uns übertragenen Hirtenamtes sind wir verpflichtet, allen, die dem göttlichen Dienst gewidmet sind, nach Kräften auch durch zeitliche Güter beizustehen. Besonders fühlen wir uns den Kanonikern der Salzburger Domkirche verpflichtet, die dort im Dienst Gottes wirken. Deshalb sollen alle wissen, dass wir unseren Salzburger Domherren rechtmäßig folgende Pfarrkirchen und Kapellen mit sämtlichen Zugehörungen übertragen haben:

  • Lungau (Mariapfarr)
  • Vachendorf (Uohendorf)
  • Wölbling (Welbniche)
  • Arnsdorf
  • Traismauer (Treisimmure)

Die Übertragung erfolgt unter der Bedingung, dass die Domherren künftig

  • das Fest des heiligen Nikolaus,
  • das Fest des heiligen Thomas, des Märtyrers und Bischofs,

feierlich begehen sowie

  • den Jahrestag unseres Todes mit Vigilien und Messfeiern zum Heil unserer Seele andächtig begehen.

Außerdem sollen aus den Einkünften dieser Kirchen an diesen drei Tagen die vorgesehenen Pfründen und Vergütungen sorgfältig ausbezahlt werden. Damit diese unsere Schenkung auch in Zukunft gültig und unerschüttert bestehen bleibt, haben wir diese Urkunde ausstellen und mit unserem Siegel versehen lassen.

Zeugen

Es folgen zahlreiche hohe geistliche Würdenträger, darunter die Äbte und Pröpste von:

  • St. Peter in Salzburg
  • Berchtesgaden
  • Chiemsee
  • Reichersberg
  • Suben
  • Ranshofen
  • Baumburg
  • Au am Inn
  • Gars
  • Werd

sowie mehrere Ministerialen und Adelige aus dem Salzburger und Chiemgauer Raum, darunter Vertreter aus:

  • Surberg
  • Grabenstätt (Chonradus de Grabenstat, also Konrad von Grabenstätt)
  • Kalheim
  • Knözing
  • Wald
  • Huning
  • Perkam
  • Zeiselberg

Zeugen aus dem regionalen Kirchenwesen

Unter den Zeugen der Urkunde befindet sich auch Otto, Propst des Klosters Baumburg. Das Stift Baumburg spielte im mittelalterlichen Chiemgau eine wichtige Rolle im kirchlichen Verwaltungsgefüge. Seine Nennung unterstreicht die Bedeutung der Schenkung und zeigt, dass die Übertragung der Pfarrkirche Vachendorf im Beisein hochrangiger geistlicher Würdenträger erfolgte.


Datierung

Geschehen zu Salzburg im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1198, in der ersten Indiktion, im 31. Jahr unseres Pontifikats.

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