Feine Stimmung bei Maiandacht der Fuschbachtaler Böllerschützen
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Besinnliche Feier in Mühlbach
In Mühlbach wurde eine Maiandacht gefeiert, wie man sie heute nur noch selten erlebt. Die Fuschbachtaler Böllerschützen hatten dazu in den Garten von Hermann Schillinger eingeladen, unweit der alten Mühle gelegen, eingebettet zwischen Wiesen, Höfen und dem stillen Lauf des Fuschbachs. Rund 30 bis 40 Besucher fanden sich dazu ein, darunter auch mehrere Kinder, die ausgelassen über die Wiese liefen und dem Abend eine lebendige, familiäre Atmosphäre verliehen.
Feierlicher Auftakt mit Böllersalven
Um 18:45 Uhr eröffneten die Böllerschützen die Andacht mit mehreren kraftvollen Salven. Zehn Schützen — vier Damen und sechs Herren — ließen ihre einstudierten Schussfolgen über die Wiesen hallen. Leicht bläuliche Rauchschwaden zogen dabei über den Garten und verliehen dem Abend eine beinahe feierlich-alte Zeitstimmung. Besonders eindrucksvoll wirkten die einzelnen Böllerschüsse während der Fürbitten. Nach jeder Bitte ertönte ein Schuss, der die gesprochenen Worte unterstrich und dem Ablauf einen würdevollen Rhythmus gab.
Eine Andacht aus der Gemeinschaft heraus
Bemerkenswert war vor allem, dass die Maiandacht ohne Pfarrer gestaltet wurde. Nachdem im vergangenen Jahr kurzfristig kein Geistlicher zur Verfügung gestanden hatte, beschlossen die Mitglieder der Fuschbachtaler Böllerschützen, die Andacht selbst zu halten — und führten diese schöne Tradition auch heuer fort. Mit Gebeten, Fürbitten, gemeinsamen Liedern und besinnlichen Gedanken entstand eine würdevolle und zugleich sehr persönliche Feier. Vor einem schlicht geschmückten Tisch mit Blumen und Marienstatue trugen zwei Frauen die Texte vor und leiteten die Lieder an.
Zitherklänge und Gedanken zur Schöpfung
Musikalisch begleitet wurde die Andacht von Andreas Lex, Enkel des Heimatpflegers Gustl Lex aus Grabenstätt. Mit den warmen Klängen seiner Zither verlieh der junge Musiker der Feier eine besonders feine und ruhige Stimmung. Viele Besucher zeigten sich berührt von den Gedanken über die Schönheit der Schöpfung — über Wiesen, Wälder, Blumen und den Frühling, die als Geschenk Gottes betrachtet wurden. Die Atmosphäre blieb während des gesamten Abends ruhig, herzlich und gemeinschaftlich.
Beisammensein unter freiem Himmel
Im Anschluss saßen die Besucher noch lange beisammen. Frisch gebackener heißer Leberkäse mit Semmeln, Kuchen und Getränke sorgten für eine gesellige Brotzeit unter freiem Himmel. Bei bestem Wetter wurde geratscht, gelacht und der Abend gemeinsam genossen. So blieb die Maiandacht in Mühlbach nicht nur als religiöse Feier in Erinnerung, sondern auch als schönes Beispiel dafür, wie lebendig Brauchtum, Gemeinschaft und Zusammenhalt im ländlichen Raum bis heute gepflegt werden.