Archäologische Untersuchungen im Schmiedholz bei Humhausen
event Ereignisse
event 1877 1883

Archäologische Untersuchungen im Schmiedholz bei Humhausen

Markus Gierlinger dokumentierte zwischen 1877 und 1883 bedeutende Bodenfunde im Schmiedholz bei Humhausen.

description Description

Hintergrund

Mit seinem Amtsantritt als Pfarrer von Vachendorf im Jahr 1877 begann Markus Gierlinger, systematisch nach Bodenfunden im Gemeindegebiet zu fragen und Hinweise aus der Bevölkerung zu sammeln. Sein Interesse galt insbesondere älteren Fundstücken, die bei Feldarbeiten oder Erdbewegungen entdeckt worden waren.

Das Ereignis

Einer der ersten Hinweise führte Gierlinger zum Kern in Geiselprechting. Auf dessen Auskunft hin erfuhr er von einem ungewöhnlichen Fund im Schmiedholz bei Humhausen. Der Finder zeigte ihm einen sonderbar geformten Gegenstand, den sogenannten „Schnitzer“, der unter einem Steinhaufen entdeckt worden war. Gleichzeitig berichtete er von weiteren Funden, darunter ein irdenes Gefäß und verschiedene Metallgegenstände. Gierlinger besuchte daraufhin die Fundstelle persönlich und sammelte dort weitere Fundstücke, darunter Keramikscherben und Bronzefragmente. Den auffälligsten Fund deutete er als keltisches oder römisches Opfermesser aus Eisen. Im Oktober 1878 übersandte er die geborgenen Objekte an den Historischen Verein in München, von dem er ein Dankschreiben erhielt. Im Frühjahr 1883 führte Gierlinger gemeinsam mit Hauptmann Auer eine weitere Untersuchung im Schmiedholz durch. Dabei kamen zusätzliche Funde zutage, darunter vollständig erhaltene Fibeln, weitere Metallobjekte und zahlreiche Keramikfragmente. Die Untersuchungen bestätigten die besondere archäologische Bedeutung des Fundortes.

Bedeutung und Folgen

Die Untersuchungen im Schmiedholz gehören zu den frühesten dokumentierten archäologischen Nachforschungen im Gemeindegebiet von Vachendorf. Sie führten zur Sicherung zahlreicher Fundstücke und machten auf einen bislang kaum bekannten Fundplatz aufmerksam. Durch die Weitergabe der Funde an wissenschaftliche Einrichtungen gelangten die Objekte in öffentliche Sammlungen und wurden der Forschung zugänglich. Die Aufzeichnungen Gierlingers bilden bis heute eine wichtige Quelle für die Archäologie des südlichen Chiemgaus.

Quellenlage

Die Ereignisse sind durch die Pfarrchronik von Markus Gierlinger dokumentiert. Weitere Angaben stammen aus späteren Zusammenfassungen von Franz Liebl in den Chiemgauer Blättern. Die überlieferten Berichte enthalten sowohl zeitgenössische Beobachtungen als auch Angaben zu den nach München übersandten Funden.


Media (1)

link Relationships

person Personen (1)