Einbruch in St. Georgskirche
description Beschreibung
Erneuter Einbruch im Jahr 1972
Der Diebstahl
- zwei große Apostelfiguren,
- zwei Engel,
- zahlreiche Putten
- sowie verschiedene Säulenverzierungen.
Der damalige Wert der gestohlenen Kunstwerke wurde auf etwa 25.000 bis 30.000 DM geschätzt.Besonders schmerzlich war der Verlust, weil der Altar zuvor noch vollständig erhalten gewesen war.
Hinweise aus der Bevölkerung
Erinnerung an den früheren Diebstahl
"Belobigung durch Landpolizei"
Eine beinahe liebenswerte Randnotiz des Zeitungsberichtes ist die erwähnte „Belobigung“ durch die Landpolizei. Nachdem ein Geschwisterpaar aus Wimpasing im Jahr zuvor wichtige Hinweise zum Diebstahl einer Muttergottesfigur gegeben hatte, wurden die aufmerksamen Beobachter öffentlich anerkannt. Heute wirkt eine solche Formulierung fast altmodisch, sie erzählt jedoch viel über das damalige Leben in den Dörfern. In kleinen Gemeinden achtete man aufeinander, fremde Fahrzeuge fielen sofort auf und Hinweise aus der Bevölkerung spielten bei der Aufklärung solcher Fälle eine wichtige Rolle. Gerade diese kleinen Details verleihen dem Zeitungsbericht bis heute einen besonderen zeitgeschichtlichen Charakter.
Bedeutung für die Ortsgeschichte
Der Vorfall zeigt, wie gefährdet abgelegene Dorfkirchen in jener Zeit waren. Besonders kleine Kirchen mit wertvollen barocken oder gotischen Kunstwerken gerieten immer wieder ins Visier von Kunstdieben. Für die Bevölkerung bedeutete der Diebstahl nicht nur einen materiellen Schaden, sondern auch einen schweren Verlust kultureller und religiöser Identität. Viele der gestohlenen Figuren waren über Generationen hinweg Teil des vertrauten Kirchenbildes gewesen. Die Zeitungsbilder aus dem Jahr 1972 zeigen den Altar vor und nach dem Diebstahl — links noch mit den Figuren, rechts bereits weitgehend ausgeräumt. Dadurch wird das Ausmaß des Verlustes bis heute eindrucksvoll sichtbar.