Verabschiedung von Hauptlehrer Franz Liebl
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Abschied nach Jahrzehnten im Schuldienst
Am 28. Juli 1976 wurde Hauptlehrer und Schulleiter Franz Liebl in Vachendorf offiziell verabschiedet. Nach fast drei Jahrzehnten an der Schule blickte er in seiner Rede auf eine Zeit zurück, die weit über den Unterricht hinausreichte. Seine Worte zeichnen das Bild eines Dorfes im Wandel der Nachkriegszeit und einer Schule, die für viele Kinder Halt, Ordnung und Orientierung bedeutete.Liebl sprach mit großer Dankbarkeit über die Verbundenheit zur Gemeinde, zu den Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie zu den Bürgermeistern und Geistlichen, die den Aufbau und die Entwicklung des Schulwesens begleitet hatten. Besonders bewegend ist dabei seine persönliche Haltung zur Schule, die ihm über die Jahre zum Lebensinhalt geworden war.
Erinnerungen an die schwierigen Nachkriegsjahre
Eindringlich schilderte Franz Liebl die Situation bei seinem Dienstantritt im Jahr 1947. Für rund 230 Kinder standen lediglich zwei Schulräume zur Verfügung. Schichtunterricht, fehlende Lehrmittel, schlechte Heizbedingungen und die soziale Not vieler Familien prägten den Alltag. Viele Kinder waren ohne Vater aufgewachsen oder lebten in wirtschaftlich äußerst schwierigen Verhältnissen.Trotz aller Schwierigkeiten beschrieb Liebl die Aufbaujahre als Zeit gemeinsamer Anstrengung. Schritt für Schritt verbesserten sich die Schulverhältnisse. Mit Unterstützung der Gemeinde und des Schulverbandes entstand schließlich in den 1960er Jahren das neue Schulhaus, das 1965 eingeweiht wurde und den Unterricht grundlegend veränderte.
Schule als Mittelpunkt des Dorflebens
Die Rede macht deutlich, welch zentrale Rolle die Schule im gemeinschaftlichen Leben Vachendorfs spielte. Franz Liebl verstand Schule nicht nur als Ort des Lernens, sondern als Teil eines größeren sozialen und kulturellen Zusammenhangs. Immer wieder dankte er der Gemeinde, dem Elternbeirat, den Pfarrern, den Kolleginnen und Kollegen sowie den Familien für die enge Zusammenarbeit.Besonders hervorgehoben wurde auch das gute Verhältnis zwischen Schule und Kirche sowie die Bedeutung des gemeinschaftlichen Engagements für die Kinder und Jugendlichen des Dorfes.
„Ich nehme Abschied von der Schule, nicht aber von Vachendorf“
Zum Ende seiner Rede fand Franz Liebl sehr persönliche Worte. Er nehme Abschied „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Nach vielen Jahren freue er sich auf mehr Ruhe, zugleich werde ihm die Schule fehlen, da sie ihm zum Lebensinhalt geworden sei.Sein Schlusssatz verdichtet die tiefe Verbundenheit mit dem Ort und seinen Menschen:
„Ich nehme Abschied von der Schule, nicht aber von Vachendorf.“