Dorfgeschichten: Die Schicksalstreppe
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Eine Erinnerung aus dem Haus der Familie Zauner
Am 23. Mai 2026 erzählte Elisabeth Kanz eine kleine Erinnerung aus ihrer Kindheit, die sie bis heute nicht vergessen hat. Als Bettina sie besuchte, führte sie sie in das alte Haus der Familie Zauner und zeigte auf eine schlichte Holztreppe. Dabei sagte sie:„Das ist meine Schicksalstreppe.“
Franz Liebl auf dem Weg in die Küche
In den frühen Nachkriegsjahren wohnte die Familie Liebl einige Zeit bei den Zauners in Vachendorf. Elisabeth Zauner war damals noch ein Kind, etwa neun oder zehn Jahre alt.bJeden Morgen sei Franz Liebl diese Holztreppe hinuntergegangen. Unten befand sich die Küche, in der sich das tägliche Leben des Hauses abspielte.Und immer wieder habe Franz Liebl gesagt:„Ihr müsst schauen, dass die Lisbeth eine ordentliche Schulausbildung bekommt.“ Diese Worte seien ihr ein Leben lang geblieben.
Bildung als Haltung
Elisabeth Kanz erzählte, dass sie Franz Liebl diese Ermutigung bis heute nicht vergessen habe. Für sie sei diese Treppe deshalb mehr als nur ein Teil des Hauses geworden — sie verbinde sich mit einer entscheidenden Weichenstellung ihres Lebens. Die Erinnerung zeigt eindrücklich, welchen Stellenwert Bildung für Franz Liebl hatte. Nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch im persönlichen Alltag verstand er Schule und Bildung als etwas, das Menschen Halt und Zukunft geben konnte.
Eine kleine Dorfgeschichte
Die Geschichte der „Schicksalstreppe“ gehört zu jenen kleinen Erinnerungen, die oft nie in Chroniken auftauchen und dennoch viel über das Leben eines Dorfes erzählen. Sie macht sichtbar, wie tief Franz Liebl nicht nur als Lehrer, sondern auch menschlich in Vachendorf gewirkt hat — durch Worte, Begegnungen und alltägliche Gesten, die Jahrzehnte später noch erinnert werden. Mir gefällt sowas.