Das Geläute der Pfarrkirche Vachendorf
description Dokumente

Das Geläute der Pfarrkirche Vachendorf

Heimatkundlicher Beitrag von Franz Liebl zur Geschichte des Vachendorfer Kirchengeläuts vom Mittelalter bis zur Glockenweihe des heutigen Geläuts im J

description Beschreibung

Das Geläute der Pfarrkirche Vachendorf

Der heimatkundliche Beitrag von Franz Liebl zeichnet die Geschichte des Geläuts der Pfarrkirche Vachendorf über mehrere Jahrhunderte hinweg nach. Die Glocken werden dabei nicht nur als liturgische Instrumente betrachtet, sondern als ständige Begleiter des dörflichen Lebens. Ihr Klang kündete von Geburt und Tod, rief zum Gebet, begleitete Feste und warnte in Zeiten von Gefahr und Not. Die Geschichte des Geläuts spiegelt daher zugleich die Geschichte der Pfarrgemeinde und des Dorfes wider.

Das mittelalterliche Geläut

Liebl beschreibt zunächst das spätmittelalterliche Geläut der Kirche. Die ältesten bekannten Glocken stammen aus den Jahren 1512 und 1515 und wurden von Hans Steinbeck in Burghausen gegossen. Diese Jahreszahlen stehen in engem Zusammenhang mit der spätgotischen Umgestaltung der Pfarrkirche. Das Geläut gehörte damit zu den bedeutenden Ausstattungsstücken des Gotteshauses und prägte über Jahrhunderte hinweg das religiöse Leben in Vachendorf.

Das Jubiläumsgeläut von 1880

Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums des Hauses Wittelsbach entschloss sich die Pfarrgemeinde im Jahr 1880 zur Anschaffung eines neuen Geläuts. Durch Sammlungen und Spenden der Bevölkerung konnte ein umfangreiches Glockenprojekt finanziert werden. Die neuen Glocken wurden feierlich aufgezogen und geweiht. Der Beitrag schildert die große Beteiligung der Bevölkerung und verdeutlicht, welchen Stellenwert die Glocken für die Gemeinde besaßen.

Der Kirchenbrand von 1891

Nur elf Jahre nach der Anschaffung wurde das Geläut durch den verheerenden Kirchenbrand von 1891 zerstört. Franz Liebl beschreibt die dramatischen Ereignisse des Brandes sowie die völlige Vernichtung der Glocken. Von ihnen blieben lediglich Bruchstücke und Metallschlacken zurück. Der Verlust traf die Pfarrgemeinde schwer und machte eine erneute Neubeschaffung erforderlich.

Neubeschaffung und Glockenweihe 1892

Bereits kurz nach dem Brand begann die Pfarrgemeinde mit den Vorbereitungen für neue Glocken. Die Glocken wurden 1892 in München gegossen und von Erzbischof Antonius II. geweiht. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Münchner Erzbischof Antonius von Thoma (1829–1897). Besondere Aufmerksamkeit widmet Liebl dem festlichen Empfang der Glocken in Vachendorf und dem aufwendigen Aufzug in den neu errichteten Turm. Das Ereignis entwickelte sich zu einem bedeutenden Festtag für die gesamte Gemeinde.

Die Opfer der Weltkriege

Wie zahlreiche Kirchenglocken in Deutschland blieb auch das Vachendorfer Geläut von den Materialbeschlagnahmungen der Weltkriege nicht verschont. Während des Ersten Weltkriegs wurden Glocken für die Rüstungsindustrie eingezogen. Noch schwerer traf die Gemeinde die Ablieferung der Glocken im Zweiten Weltkrieg. Die Michaels-, Corbinians- und Marienglocke mussten abgegeben werden und gingen verloren. Lediglich einzelne Glocken konnten nach Kriegsende zurückgeführt oder weiterhin genutzt werden.

Das heutige Geläut von 1949

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bemühte sich die Pfarrgemeinde rasch um Ersatz. Im Jahr 1949 entstand ein neues Geläut aus Weißbronze, einer Legierung aus Zinn und Zink. Der Beitrag erläutert die Herstellung, Finanzierung und Weihe der neuen Glocken sowie ihre Widmung an verschiedene Heilige. Mit der feierlichen Glockenweihe erhielt die Pfarrkirche wieder ein vollständiges Geläut, dessen Klang bis heute das Ortsbild von Vachendorf prägt.

Bedeutung des Beitrags

Der Aufsatz dokumentiert nicht nur die technische und kirchliche Geschichte der Glocken, sondern vermittelt zugleich ein eindrucksvolles Bild vom religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben in Vachendorf. Die wechselvolle Geschichte des Geläuts zeigt, wie eng die Entwicklung der Pfarrkirche mit den großen Ereignissen der Orts- und Landesgeschichte verbunden war.


Medien (1)

history_edu Autorenschaft & Provenienz

link Beziehungen