Einquartierung kaiserlicher Soldaten in Vachendorf und Thalham
description Beschreibung
Einquartierung während des Österreichischen Erbfolgekriegs
Am 11. Februar 1744 wurden in Vachendorf und Thalham kaiserliche Soldaten einquartiert. Ein erhalten gebliebener Einquartierungszettel nennt die betroffenen Haushalte und dokumentiert die Verpflichtung zur Unterbringung und Versorgung der Militärangehörigen.
Die zugewiesenen Soldaten
Nach dem Schriftstück hatten Andreas Humbhauser und Joseph Mayr aus Vachendorf sowie Andreas Scheckh aus Thalham einen kurfürstlichen oder kaiserlichen Leutnant und einen Spielmann zu beherbergen. Für deren Verpflegung und Unterkunft waren festgelegte Leistungen zu erbringen.
Kriegszeit in Bayern
Die Einquartierung fällt in die Zeit des Österreichischen Erbfolgekriegs (1741–1748). Nach dem Tod Kaiser Karls VI. wurde Bayern mehrfach von österreichischen Truppen besetzt. Die Jahre zwischen 1742 und 1745 brachten der Bevölkerung hohe Belastungen durch Truppendurchzüge, Einquartierungen und Versorgungsleistungen.
Auswirkungen auf die Bevölkerung
Für die betroffenen Bauernhöfe bedeutete die Aufnahme von Soldaten zusätzliche Kosten und Arbeit. Nahrung, Unterkunft und oft auch Futter für Pferde mussten bereitgestellt werden. Solche Verpflichtungen waren in Kriegszeiten eine erhebliche Belastung für die ländliche Bevölkerung.
Wiederentdeckung des Dokuments
Der Einquartierungszettel wurde 1982 bei Umbauarbeiten im sogenannten Mojerhaus in Vachendorf gefunden. Er lag in den Deckenbalken der Stube verborgen und blieb dadurch über mehr als zwei Jahrhunderte erhalten.
Bedeutung für die Ortsgeschichte
Das Dokument gehört zu den seltenen unmittelbaren Zeugnissen des Österreichischen Erbfolgekriegs in Vachendorf. Es zeigt, wie sich die großen politischen und militärischen Ereignisse Europas konkret auf das Leben der Menschen im Dorf auswirkten.